Stadthalle Langenfeld

Das doppelte Jubiläumskonzert:
Am 3. Oktober 1948 hatte das Langenfelder Sinfonieorchester seinen ersten Auftritt beim öffentlichen Festakt zur Verleihung der Stadtrechte an die Gemeinde Langenfeld.
Seitdem sind 65 Jahre vergangen – wenn das kein Grund ist, beiden Jubilaren herzlich mit angemessenen Klängen zu gratulieren. Das Orchester Concerto Langenfeld hatte daher für sein Sinfoniekonzert am 12. Oktober im Schauplatz Langenfeld (stadthalle) etwas ganz Besonderes vorbereitet. Im Mittelpunkt stand die Posthornserenade von Wolfgang Amadeus Mozart, in deren Trio ein richtiges Posthorn erklang.
So gratuliert Concerto Langenfeld seiner Heimatstadt just mit dem Instrument, das die Stadt seit 1939 im Stadtwappen trägt.



KV 588, Ouvertüre aus Oper `Cosi fan tutte'
Orchester: Concerto Langenfeld
Leitung: Ernst von Marschall
Aufnahme am 12. Oktober 2013 in der Stadthalle Langenfeld (Rhld.)
KV 588, Ouvertüre aus Oper `Cosi fan tutte', Andante

Concerto Langenfeld

Das Langenfelder Sinfonieorchester wurde 1948 als "Städtischer Musikverein" gegründet, fusionierte 1997 mit dem Streichorchester der Musikschule Langenfeld und trägt seit 2006 den Namen "Concerto Langenfeld". Mitglieder aller Altersgruppen und unterschiedlichster Berufsgruppen proben regelmäßig gemeinsam und geben im Jahr zwei Konzerte. Zu dem festen Orchesterkern gesellen sich auch Hobbymusiker, die an den Proben im Rahmen eines Projektes nur auf Zeit teilnehmen möchten.
Die Proben finden Montags von 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr in Langenfeld statt. Interessierte Instrumentalisten, ob als Mitglied oder Teilnehmer des nächsten Projektes, sind herzlich eingeladen.
Sprechen Sie uns an: Susanne Pütz, Tel.: 02173 17940 oder mail: mail@orchester-langenfeld.de
Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer homepage: www.orchester-langenfeld.de


Ernst von Marschall

Ernst von Marschall stammt aus Unteribental im Schwarzwald, studierte Violine bei Nicolas Chumachenco in Freiburg, Kammermusik beim Melos-Quartett in Stuttgart und Dirigieren bei Günther Wich in Würzburg.
In Würzburg leitete er von 1985-90 das Cantatenensemble Würzburg, er wurde Stipendiat der Richard-Wagner-Gesellschaft. Nach einer Spielzeit am Würzburger Stadttheater übernahm er 1989 das Düsseldorfer Jugendsinfonieorchester. Als Chordirigent dirigierte er Konzerte u.a. mit der Singakademie Chemnitz, dem Musikverein zu Düsseldorf und dem Reading Festival Chorus. Er war Teilnehmer des Deutschen Dirigentenforum mit Claus Peter Flor sowie Assistent von Marcello Viotti. Gastdirigate bei internationalen Musikfestivals führten ihn nach England, Frankreich, Spanien, Polen und Ungarn.

Nach seinem Debüt bei den Düsseldorfer Symphonikern (Juni 1996 Bernstein „Symphonic Dances from West Side Story“ und Gershwin „Rhapsody in blue“) weitere Engagements mit demselben Orchester sowie Einladung für die Uraufführung von Reinhard Flenders Oper „Mein lieber blauer Reiter“ nach Texten von Else Lasker-Schüler beim Festival Hamburger Begegnung und auf Schloss Elmau. Regelmäßige Gastdirigate führten ihn zum Westsächsischen Sinfonieorchester nach Leipzig.
Im Januar 2000 folgte in einer Rundfunkproduktion sein Debüt beim Sinfonieorchester des WDR in Köln. Im selben Jahr übernahm er die Produktion von Oskar Gottlieb Blarrs Oper „Josef Süß Oppenheimer-genannt Jud Süß“ und dirigierte sie in Essen, Münster, Wuppertal, Düsseldorf und Köln. Im Jahr 2001 gründete er die Orchesterakademie NRW, mit der er Konzerte in Düsseldorf, Krefeld, Wuppertal, Köln, Berlin und in der Alten Oper Frankfurt am Main gab. Am 11.Mai 2002 wurde seine Arbeit in Berlin durch die Europäische Kulturstiftung „Pro Europa“ unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Johannes Rau mit dem Europäischen Baklin-Kulturpreis geehrt.

KV 588 Stadthalle Langenfeld

Cosi fan tutte - die Oper über die Flatterhaftigkeit der Frauen wurde 1790 uraufgeführt. Texte und Inhalt der Oper bewegen sich im Ironisierenden, Komischen. Im Kontrast dazu steht die mitunter melancholische und dramatische Musik. Cosí fan tutte ist die letzte Oper, die Mozart auf Basis eines Librettos von Lorenzo da Ponte komponiert hat. Handlung und Texte waren schon kurz nach der Uraufführung in der Kritik, und die Oper hat sich erst im 20. Jahrhundert neben den großen Mozartopern Figaro und Don Giovanni behaupten können. Interessanterweise findet sich unter den Kritikern auch Ludwig van Beethoven, in dessen Fidelio dennoch der Einfluss von Cosi fan tutte erkennbar ist.

KV 320 Stadthalle Langenfeld

Die Posthornserenade (Nr. 9, KV 320, 1779) entstand als eine der letzten Serenaden in der Salzburger Zeit. Die Serenade als eine Form der mehrsätzigen Suite hatte zu Mozarts Zeiten einen festen Platz als musikalische Unterhaltung bei Gesellschaften des Adels und des vermögenden Bürgertums. Mit dem Schwinden der gesellschaftlichen Trägerschicht nach der französischen Revolution verlor die Suite und damit auch die Serenade allerdings immer mehr ihre Bedeutung.

In einem Musiklexikon des Jahres 1732 wird die Serenata definiert als "ein Abend-Ständgen. Eine Abend-Music, weil dergleichen meißt bey still und angenehmer Nacht pflegt gemacht zu werden" (Johann Gottfried Walther 1732). Der Posthornserenade kann man nach Titel und Instrumentierung durchaus noch Freilufttauglichkeit attestieren. Mozart lässt im 2. Trio des 40-minütigen Werkes ein Posthorn erklingen. Er widmete das Werk am 3.8.1779 den Studenten der Salzburger Universität zur Feier ihres Studienabschlusses, bevor sie in der Postkutsche zeitgemäß Salzburg wieder gen Heimat verließen. Das Posthorn steht also für den Abschied des Reisenden - ein Gefühl, das Mozart, der fast ein Drittel seines Lebens auf Reisen war, gut kannte.
Die Ankunft und Abfahrt einer Kutsche wurde vom Postillion bereits seit dem 16. Jhdt. mit durchdringenden Signalen angekündigt. Mit Ausbau des Postwesens unter den Thurn und Taxis entwickelt sich auch die Signalvielfalt für den Postillion und dessen Bedeutung. Eine unberechtigte Nutzung des Posthorns stand ebenso unter Strafe wie eine unzulängliche Signalausführung durch den Postillion. Noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts dürften die vielfältigen akustischen Signale für Reisende zum Allgemeinwissen gehört haben, so wie jeder heute noch das Abbild des Posthorns kennt, das noch immer jeden Briefkasten ziert.