| Übersicht | bearbeiten | neu | beliebt | top bewertet | suchen | << zurück
 
| Besprechungen KV 600 bis 626 |
 

  • 4KV_626 Langenfeld Erlöserkirche beliebt

    Mozart- Requiem
    Der Totensonntag oder auch Ewigkeitssonntag steht kurz bevor. Das Gedenken an die Verstorbenen ist ein Thema für viele Komponisten. Requien, die eigentlich für die Passionszeit komponiert wurden, werden auch dann aufgeführt, wenn Menschen um Angehörige trauern.
    Eines der bekanntesten und herausragenden Werke von Wolfgang Amadeus Mozart ist tatsächlich sein Requiem KV 626. Es zeichnet sich aus durch die Phasen Furcht, Hoffnung, Aufbegehren und Erlösung. Wolfgang Amadeus Mozart erhielt den Auftrag zur Komposition einer Totenmesse im Frühjahr 1791, starb jedoch noch vor Vollendung des Werkes. Sein Schüler Franz Xaver Süßmayr stellte das Requiem nach Angaben und Aufzeichnungen Mozarts fertig.
    Viele Sagen ranken sich um die Komposition dieses beeindruckenden Werkes: Angeblich soll Mozart an seinem Totenbett mit Freunden das „Lacrimosa“ intoniert haben und nach dem ersten Takt verstorben sein. Teile des Requiems wurden bereits bei Mozarts eigener Totenfeier uraufgeführt.
    Jährlich am 4. Dezember zur Todesstunde Mozarts um 23.45 Uhr kommt dieses Requiem in der Kollegienkirche Salzburg zur Aufführung. Das Requiem d-moll KV 626 ist in die große geistliche Chorliteratur eingegangen und entfaltet bis heute eine eindringliche, aber auch tröstliche Wirkung.

  • 2KV 618 Ave Verum Mettmann St Lampertus   Musik anhören

    Dieses Kleinod schrieb Mozart kurz vor seinem Tod im Jahre 1791 und war für das Fronleichnamsfest bestimmt.
    Das Werk steht im „Alla-breve-Takt“ und ist mit „sotto voce“ überschrieben. Die Motette soll also trotz des „Adagios“ halbtaktig und mit „gedämpfter Stimme“ gesungen werden. Dynamische Steigerungen sind von Mozart nicht vorgesehen, ergeben sich aber durch die harmonische Spannung.
    Die Übersetzung lautet:
    „Sei gegrüßt, wahrer Leib, geboren aus Maria, der Jungfrau. Wahrhaft gelitten, am Kreuze geopfert für die Menschen, dessen Seite durchbohrt von Wasser und Blut floß. Sei uns Stärkung in des Todes Prüfung.“
    Text von Matthias Röttger

  • 2KV 622 Langenfeld Erlöserkirche   Musik anhören

    Mozart schrieb das Klarinetten-Konzert in A-Dur KV 622 im Oktober 1791 - im September desselben Jahres war die Uraufführung der "Zauberflöte", am 5.Dezember 1791 ist Mozart gestorben. Vermutlich hat Mozart dieses Klarinettenkonzert für Anton Stadler (1753-1812) geschrieben. Anton Stadler und sein Bruder Johann waren in Wien angesehene Musiker auf der Klarinette und auf dem Bassetthorn. Eine zeitgenössische Kritik lobte ihn: „Hätt's nicht gedacht, dass ein Klarinet menschliche Stimme so täuschend nachahmen könnte."
    Das Klarinetten-Konzert KV 622 erregt bei Musikliebhabern und Klarinettisten seit Jahren die Gemüter, wenn es darum geht, die Besetzung und den Urtext der Komposition zu definieren. So ist es heutzutage schon fast ein Sakrileg, Konzert (und Quintett) nicht auf der Bassettklarinette zu spielen. Mozart hat das Konzert wohl für eine Klarinette komponiert, die - wie es ein zeitgenössischer Kommentar vermerkt - "unten bis ins c geht".
    Text von Volker Raettig -

  • KV 622 Leverkusen Städtischer Chor   Musik anhören

    Klarinettenkonzert
    Mozart schrieb sein letztes Instrumentalkonzert 1791 für einen Freund, den virtuosen Klarinettisten Anton Stadler. 1789 als Konzert in G-Dur für Bassetthorn begonnen (eine dunkel und sehr weich klingende Altklarinette, die er u.a. in „Titus“ und „Zauberflöte“ zu wunderbarer Wirkung brachte), erfuhr es 1791 seine Vollendung als das vorliegende wunderbare Konzert für Klarinette in A-Dur, genauer gesagt für eine in der Tiefe um 4 Töne erweiterte sogenannte „Bassettklarinette“. Der weiche, bindende Ton der Klarinetten unterscheidet wesentlich den Klang des klassischen Orchesters vom barocken „Spaltklang“. Mozart, der sie seit „Idomeneo“ in all seinen Opern einsetzte, war ihr Meister; niemand verstand so wie er, ihre zahllosen Farben und dynamischen Schattierungsmöglichkeiten auszunutzen - ohne jede Exhibition von Virtuosität (Alfred Einstein).
    Robert Levin verglich Mozarts Konzerte mit seinen Opern- und Konzertarien. „Auf beiden Gebieten zeigt sich Mozarts Genialität in der Charakterzeichnung; er bringt virtuose Elemente mit den Erfordernissen dramatischer Expressivität in Einklang. Beides entfaltet sich in einem herrlichen Melodienreichtum, einer fließenden rhythmischen Tonsprache und einem dichten Gewebe orchestraler Strukturen.“ In der Tat fehlt dem zweiten Satz nichts als der Text, um eine Arie zu sein.
    Helmut Breidenstein

  • KV 626 Leverkusen Städtischer Chor   Musik anhören

    Requiem
    Es ist bekannt, dass Mozart mit 35 Jahren mitten über der Arbeit an diesem Werk starb, das, obwohl begonnen als Auftragswerk für einen betrügerischen Grafen, der es als sein eigenes ausgeben wollte, auf unerwartete Weise so zum Requiem für ihn selbst wurde. Eine geradezu theaterhafte Verwandlung einer Groteske in ein Drama, die die Phantasie zahlloser Autoren angeregt hat, darin Sinn zu suchen. Wenn man das nachgelassene Manuskript betrachtet, ist man erstaunt, zu sehen, dass von dem weltberühmten Werk nicht mehr als die ersten 48 Takte von Mozart in allen Stimmen fertiggestellt sind. Von allem weiteren sind außer einer Anzahl wesentlicher Linien der 1. Violinen, den instrumentalen ersten 13 Takten des „Recordare“ und dem Posaunensolo beim „Tuba mirum“ nur die Solistenparts, der Chorsatz und der Bass von seiner Hand. Vom „Lacrimosa“ existieren nur die ersten 8 Takte, vom „Amen“ 16 Takte Skizze einer Chorfuge, vom „Agnus Dei“, „Sanctus“ und „Benedictus“ gar nichts. Jedes andere Werk wäre bei so fragmentarischem Zustand verurteilt gewesen, ohne Publikum im Dunkel der Archive zu schlummern. Mozarts Requiem aber ist es gelungen - darin den Torsi Michelangelos vergleichbar -, von Anfang an bis auf den heutigen Tag zu den Spitzenwerken des künstlerischen Welterbes gezählt zu werden. Woran liegt das?
    Die von seiner Hand stammenden Teile weisen eine melodische Kraft, Herbheit, innere Größe, J.S. Bachische Strenge und Konsequenz auf, die den archaisierenden Stil einer monumentalen Einfachheit, den er in der c-moll-Messe, dem „Ave verum“ und den freimaurerischen Teilen der „Zauberflöte“ gelegentlich schon anschlug, zu atemberaubender Gewalt steigern.
    Helmut Breidenstein

  • 5KV 626 Langenfeld St. Josef   Musik anhören

    Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)

    Mozarts Requiem ist ein im besten Sinne kirchliches und doch für seine Zeit durchaus modernes Werk. Kirchlich ist nicht allein die Verwendung liturgischer Melodien und die Anlehnung an die Formen der strengen Kontrapunktik, sondern vor allem das Streben, von Bekanntem, Typischem auszugehen und es erst durch die Behandlung ins Individuelle zu erheben, ferner die knappe Sachlichkeit, die ohne alle Abschweifungen in die reine Musikfreudigkeit stets Dienerin des Wortes bleibt.
    Es war ganz verfehlt, wenn manche Kritiker, offenbar unter dem Eindruck der Entstehungsgeschichte des Werkes, ihm Mangel an Einheitlichkeit vorwarfen. Dem widersprechen schon die durchgehenden melodisch-harmonischen Typen, ganz abgesehen von der Einheit der Stimmung. Immer wieder tritt uns aus der Partitur der Dramatiker Mozart entgegen, nicht im Sinne des Opernkomponisten, sondern in dem Sinne, wie auch Bach in seinen Vokalwerken gelegentlich den Dramatiker hervorkehren.

    Mozart hatte recht mit seinem Wort, dass er dieses Requiem für sich schreibe, in weit tieferem Sinne, als es ursprünglich gemeint war: es ist sein eigenstes persönliches Bekenntnis von den letzten Dingen, und die Bestellung von außen gab nur den äußeren Anlass dazu, dass es sich von seiner Seele loslöste. Dass er mit diesem Requiem seiner Zeit aus dem Herzen gesprochen hatte, beweist sein ungeheurer, bis heute stetig wachsender Erfolg.

    Das von Mozart unvollendet gebliebene Requiem stellte für seine Frau Constanze ein großes Problem dar. Da der unbekannte Auftraggeber schon ein Honorar bezahlt hatte, war ihre Angst groß, er könne dieses, nach Mozarts Ableben, zurückfordern. So kam sie mit ihren Ratgebern auf den Gedanken, das Vorliegende ergänzen zu lassen und so den Auftraggeber zufrieden zu stellen. Mehrere Musiker hatten sich daraufhin um eine Fertigstellung bemüht, jedoch dann abgelehnt. Schließlich ging der Auftrag an Süßmayer. Er war in letzter Zeit Mozarts Schüler in der Komposition gewesen und hatte die jeweils fertigen Stücke des Requiems mit ihm durchgenommen.
    Er war von dem Meister genau in den Gang des Werkes, namentlich was die Instrumentation anlangte, eingeweiht worden, so dass er bei Mozarts bekannter Arbeitsweise wohl ein Bild von dessen Absichten gewinnen konnte, soweit das überhaupt möglich war.

    Zahlreiche musikwissenschaftliche Studien sind angestrengt worden, um die Frage aufzuklären, wie es zur Vollendung des Requiems kam. Beantworten lässt sich diese Frage nicht genau. Wie dem auch sei, nehmen wir es als ein großes, reifes Werk von Mozart an.

  • 3KV 626 Herford Münster   Musik anhören

    Zur Entstehung von Mozarts Requiem 1791
    Dr. Hans Detlef Hoffmann Herford

    Um Mozarts letztes Werk und seinen Tod ranken sich eine Reihe von Legenden. Besonders populär ist die Vermutung, Mozarts Konkurrent Antonio Salieri habe ihn umgebracht. Diese Theorie hat, auch wenn sie sehr gewagt ist, tatsächlich einige historische Bezüge: Mozart selbst soll auf dem Totenbett von einer Vergiftung mit aqua toffana, einer Mischung aus Arsen und Bleioxyd, gesprochen und Salieri verdächtigt haben. Dazu passend soll Salieri, der allerdings in geistiger Umnachtung endete, den Mord an seinem Rivalen gebeichtet haben. Doch ist dies nicht der einzige Erklärungsversuch für den frühen Tod des Komponisten: Man verdächtigte auch Mozarts Logenbruder Hofdemel, mit dessen Frau der Komponist eine Affäre gehabt haben soll. Dieses Gerücht nährte sich vor allem aus der Tatsache, dass Hofdemel seine Frau am Tag nach Mozarts Tod mit einem Messer attackierte und anschließend Selbstmord beging. Ebenso wollte man von einer Beziehung zwischen Mozarts Frau und Süssmayr wissen, der seinen Lehrer aus dem Weg schaffen wollte. Allein die Tatsache, dass Mozarts Todesursache nicht eindeutig geklärt werden konnte, ließ solche Legenden entstehen.

    Zu den Fakten: Mozart komponierte das Requiem auf Bestellung. Im Frühsommer 1791 kam ein maskierter, in schwarz gekleideter Mann zu ihm, nannte weder seinen noch den Namen seines Auftraggebers und bestellte die Komposition. Dieser geheimnisvolle Auftritt, die dunkle Kleidung und die gewünschte Totenmesse hinterließen bei Mozart ein ungutes Gefühl. Nach Angaben seiner Frau, soll er geglaubt haben, er arbeite an seinem eigenen Requiem. Der in der Tat etwas merkwürdige Auftritt des Boten hat dabei aber einen ziemlich banalen Hintergrund.
    Der Mann kam im Auftrag von Franz Graf von Walsegg-Stuppach, einem Musikliebhaber und dilettantischem Komponisten. Die Frau des Grafen war unlängst gestorben und Walsegg-Stuppach wollte ihr zu Ehren ein Requiem aufführen lassen. Des öfteren bestellte er bei anerkannten Komponisten Werke, die er dann unter eigenem Namen aufführen ließ. Aufgrund dieses geistigen Diebstahls wollte er unerkannt bleiben und lies seinen Boten anonym auftreten, wahrscheinlich handelte es sich dabei um seinen Gutsverwalter Franz Anton Leitgeb.
    Mozart wollte den Auftrag zuerst nicht annehmen, doch man bot ihm ein gutes Entgelt, das er in seiner finanziell misslichen Lage nicht ausschlagen konnte. Seine Frau Constanze schätzte vor allem die Anzahlung und drängte ihren Mann zur Komposition. Noch in schwerkrankem Zustand arbeitete Mozart am Requiem, konnte es aber nicht mehr vollenden. In der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember 1791 starb Mozart 35jährig nach mehrmaligem, damals üblichem, Aderlass. Es gab keine offizielle Beerdigung, Mozart starb arm und wurde in einem Massengrab beigesetzt.
    Constanze Mozart bat zunächst Franz Eybler, das Requiem zu vollenden. Eybler, ein von Mozart geschätzter Komponist, willigte zunächst ein, schickte die Partitur aber wenig später wieder zurück. Auch andere Musiker lehnten die Arbeit an Mozarts Fragment ab und Constanze, in Sorge, den Vorschuss des Grafen zurückzahlen zu müssen, überredete schließlich Süssmayr und verkaufte dem mysteriösen Boten später das fertige Requiem als ein komplett von Mozart komponiertes Werk. Süssmayr nutzte zum Teil die von Mozart bereits verwendetem Themen und Motive, war aber auch auf eigene musikalische Ideen angewiesen. Constanze sorgte wahrscheinlich in erster Linie für die Vollendung des Werkes, weil sie auf das Geld des Grafen angewiesen war. Bevor Walsegg-Stuppach das Requiem (erst!) am 14. Dezember 1793 unter seinem Namen aufführen konnte, hatte bereits die Uraufführung unter Mozarts Namen in Wien stattgefunden.
    Der Graf soll darüber sehr verstimmt gewesen sein, konnte sich aber aufgrund seiner unehrenhaften Lage nicht beklagen. Constanze Mozart erwies sich nun als geschäftstüchtig und bot Abschriften des letzten Mozartwerkes zum Verkauf an. Das Requiem wurde schon bald zur bekanntesten sakralen Komposition Mozarts, wozu sicher auch die biographischen Umstände beigetragen haben.

  • 3kv 626 Herfort Münster   Musik anhören

    Fortsetzung: Entstehung von Mozarts Requiem
    Der Introitus beginnt leise, mit einem blassen Streichersatz und klagenden Holzbläsern, die lediglich mit Fagotten und den seltenen Bassetthörnern - Mozarts Lieblingsinstrument! - besetzt sind. Plötzlich erklingen die Posaunen im forte und kündigen den Chor an, dessen Stimmen den beginnenden Bass imitierend nacheinander einsetzen. Der Ernst des ganzen Stückes ist von Anfang an spürbar und von besonderer Intensität. Ebenso kunstvoll wie barock ist die folgende Doppelfuge, die das Kyrie der Totenmesse bildet. Nach der Fuge, die mit einem leeren, archaisch wirkenden Klang endet, beginnt Mozart mit der Schreckensvision vom "Tag des Zorns": Die Sequenz Dies irae umfaßt insgesamt sechs Sätze und bildet den wichtigsten Teil des Requiems. Am Anfang steht das dramatische Chorstück "Dies irae", das Angst, Gewalt aber auch Gottesfurcht ausdrückt und in schnellem Tempo am Zuhörer vorbei rauscht. Weniger bedrohlich wirkt das folgende Tuba mirum, das gemäß der ersten Textzeile "Laut wird die Posaune klingen" mit einem Posaunensolo eröffnet wird. Mit dem gleichen Motiv beginnt der Bass das Quartett der Gesangssolisten. Mit einem stark artikulierten "Rex" ruft der Chor den zornigen Gott an und bittet um Gnade ("salva me"). Bevor wieder die Schrecken des Jüngsten Gerichts in den Vordergrund treten, findet der Zuhörer Frieden und Trost im Recordare. Unbarmherzig, fast brutal, klingen die tiefen Stimmen zu Anfang des Confutatis und stehen in einem starken Kontrast zu den hohen Stimmen, die mit "voca me", nur von den ersten Geigen begleitet, den Gesang der Männer für einen kurzen Moment ablösen. Das Lacrimosa, das den "Tag der Tränen" darstellt, zeigt zu Beginn eine schon im Barock gebräuchliche Figur: das Seufzermotiv. Klagend geht die Einleitung der Streicher in den sanft intonierten Chorklang über. Im Lacrimosa endet Mozarts Autograph und hier begann Süssmayr mit der Fortsetzung des Werkes.

    Das Lacrimosa bildet den Abschluß der Sequenz und es folgt das Offertorium mit den Chorsätzen Domine Jesu Christe und Hostias. Im ersten der beiden Stücke begegnen wir zwei Fugen mit unkonventionellen Themen. Das erste Fugenthema ("Ne absorbeat") enthält für eine vokale Fuge ungewöhnlich große und viele Sprünge. In der zweiten Fuge ("Quam olim Abrahae") herrscht dagegen ein stark rhythmisiertes Thema. Inwieweit Süssmayr auf eventuelle Skizzen Mozarts zurückgreifen konnte, ist nicht überliefert. Es ist aber wahrscheinlich, dass Mozart die Themen der Fugen noch skizziert und Süssmayr nur die Ausarbeitung übernommen hat. Nach dem Offertorium folgen die Ordinariumssätze Sanctus, Benedictus und Agnus Dei. In diesen Teilen steht das Werk nicht auf der Höhe der ersten Sätze, bildet aber immerhin eine stilistische Einheit mit ihnen und greift auf einzelne Motive zurück.
    Süssmayr versuchte sicher, so wenig eigenes Material wie möglich in diesem Werk zu verwenden. Der letzte Teil, die Communio, enthält ausschließlich Mozarts Musik. Süssmayr hat die Sätze des Introitus übernommen und lediglich den liturgischen Text ausgetauscht. Noch einmal bittet der Chor für die ewige Ruhe der Verstorbenen und dass ihnen das ewige Licht ("lux aeterna") leuchten möge.
    So endet das Requiem also mit der Doppelfuge des Kyrie und ihrem leeren, archaischen, terzlosen Schlussakkord.

  • 3KV 626 Herford Münster   Musik anhören

    REQUIEM Einspielung Herforder Münster
    Interlinearübersetzung: Dr. Hans-Detlef Hoffmann Herford
    I. Introitus: Requiem

    Requiem aeternam dona eis, Domine: >>> Ewige Ruhe schenke ihnen, Herr:
    et lux perpetua luceat eis. >>> und das ewige Licht leuchte ihnen.
    Te decet hymnus, Deus, in Sion,>>> Dir, Gott, gebührt das Loblied in Zion,
    et tibi reddetur votum in Jerusalem.>>> und dir wird das Gelübde abgelegt in Jerusalem.

    Exaudi orationem meam,>>> Erhöre mein Gebet,
    ad te omnis caro veniet.>>> zu dir wird alles Fleisch kommen.
    Requiem aeternam dona eis, Domine: >>> Ewige Ruhe schenke ihnen, Herr:
    et lux perpetua luceat eis.>>> und das ewige Licht leuchte ihnen.

    II. Kyrie
    Kyrie, eleison,>>> Herr, erbarme dich,
    Christe, eleison.>>> Christe, erbarme dich.
    Kyrie, eleison.>>> Herr, erbarme dich.

    III. Sequenz

    1 Dies irae
    Dies irae, dies illa>>> Der Tag des Zorns,
    Solvet saeclum in favilla:>>> jener Tag wird die Welt in Asche auflösen:
    Teste David cum Sibylla.>>> wie David und die Sibylle bezeugen.
    Quantus tremor est futurus,>>> Was für ein Zittern wird sein,
    Quando judex est venturus,>>> wenn der Richter kommen wird,
    Cuncta stricte discussurus!>>> um alles genau zu untersuchen!

    2 Tuba mirum
    Tuba, mirum spargens sonum>>> Die Posaune wird - mit wunderbarem Ton
    Per sepulcra regionum>>> die Gräber überall durchdringend -,
    Coget omnes ante thronum.>>> alle vor dem Thron zusammenrufen.
    Mors stupebit et natura,>>> Der Tod und die Natur werden erstarren,
    Cum resurget creatura,>>> wenn die Geschöpfe auferstehen,
    Judicanti responsura.>>> um sich vor dem Richter zu verantworten.
    Liber scriptus proferetur,>>> Ein geschriebenes Buch wird herbeigetragen werden,
    In quo totum continetur,>>> in welchem alles enthalten ist,
    Unde mundus judicetur.>>> wonach die Welt gerichtet werden soll.

    Judex ergo cum sedebit,>>> Wenn also der Richter sich setzen wird,
    Quidquid latet, apparebit:>>> wird sichtbar werden, was auch immer verborgen ist:
    Nil inultum remanebit.>>> nichts wird unvergolten bleiben.

    Quid sum miser tunc dicturus?>>> Was soll ich Elender dann sagen?
    Quem patronum rogaturus,>>> Wen soll ich als Fürsprecher bitten,
    Cum vix justus sit securus?>>> wenn der Gerechte kaum sicher sein wird?

    3 Rex tremendae
    Rex tremendae majestatis,>>> König von erschreckender Erhabenheit,
    Qui salvandos salvas gratis,>>> der du den zur Rettung Bestimmten die Gnade des Heils gibst,
    Salva me, fons pietatis.>>> rette mich, Quelle der Gnade.

    4 Recordare
    Recordare, Jesu pie,>>> Erinnere dich, gütiger Jesus,
    Quod sum causa tuae viae:>>> dass ich die Ursache deines Leidensweges bin,
    Ne me perdas illa die.>>> dass du mich nicht vernichtest an jenem Tage.
    Quaerens me, sedisti lassus,>>> Auf der Suche nach mir setztest du dich müde nieder,
    Redemisti Crucem passus:>>> du hast mich erlöst, weil du am Kreuz gelitten hast:
    Tantus labor non sit cassus.>>> so große Pein darf nicht vergeblich sein.

    Juste judex ultionis,>>> Richter, der du gerecht vergiltst,
    Donum fac remissionis>>> gib mir das Geschenk der Vergebung
    Ante diem rationis.>>> vor dem Tag der Rechenschaft.
    Ingemisco, tamquam reus,>>> Ich seufze auf wie ein Angeklagter,
    Culpa rubet vultus meus:>>> die Schuld errötet mein Gesicht:
    Supplicanti parce, Deus.>>> Verschone, Gott, den, der dich anfleht.
    Qui Mariam absolvisti,>>> Der du Maria freigesprochen
    Et latronem exaudisti,>>> und den Schächer erhört hast,
    Mihi quoque spem dedisti.>>> du hast auch mir Hoffnung gegeben.
    Preces meae non sunt dignae,>>> Meine Bitten sind nicht würdig,
    Sed tu bonus fac benigne,>>> aber du, Gütiger, lass Gnade walten,
    Ne perenni cremer igne.>>> dass ich nicht im ewigen Feuer verbrenne.
    Inter oves locum praesta,>>> Gewähre mir einen Platz bei den Schafen,
    Et ab haedis me sequestra,>>> sondere mich ab von den Böcken,
    Statuens in parte dextra.>>> indem du mich auf die rechte Seite stellst.

    5 Confutatis
    Confutatis maledictis,>>> Wenn die Verdammten überführt
    Flammis acribus addictis,>>> und den peinigenden Flammen übergeben sind,
    Voca me cum benedictis.>>> dann rufe mich mit den Gesegneten.
    Oro supplex et acclinis,>>> Ich bitte flehentlich und demütig -
    Cor contritum quasi cinis:>>> mein Herz ist zerknirscht gleich wie Asche:
    Gere curam mei finis.>>> Trage du die Sorge um mein Ende.

    6 Lacrimosa
    Lacrimosa dies illa,>>> Tränenreich wird jener Tag sein,
    Qua resurget ex favilla>>> an dem der Mensch angeklagt zum Gericht
    Judicandus homo reus.>>> aus der Asche auferstehen wird.
    Huic ergo parce, Deus:>>> Diesen verschone doch, Gott:
    Pie Jesu Domine,>>> Gütiger Herr Jesus,
    Dona eis requiem. Amen.>>> schenke ihnen Ruhe. Amen.


  • 3kv 626 Herfort Münster

    Offertorium- Sanctus- Benediktus- Agnus Dei- Communio
    IV. Offertorium
    1 Domine Jesu
    Domine Jesu Christe, Rex gloriae, >>> Herr Jesus Christus, König der Ehre,
    libera animas omnium fidelium >>> befreie die Seelen aller verstorbenen
    defunctorum de poenis inferni et de >>> Gläubigen von den Strafen der Hölle
    profundo lacu.>>> und aus der tiefen See.
    Libera eas>>> Befreie sie aus dem Rachen des Löwen,
    de ore leonis, ne absorbeat eas tartarus,>>> dass die Hölle sie nicht verschlinge
    ne cadant in obscurum.>>> und sie nicht in die Finsternis fallen.
    Sed signifer sanctus Michael repraesentet >>> Sondern der heilige Bannerträger Michael
    eas in lucem sanctam,>>> führe sie in das heilige Licht,
    quam olim Abrahae promisisti>>> wie du es einst Abraham verheißen hast
    et semini ejus.>>> und seiner Nachkommenschaft.

    2 Hostias
    Hostias et preces tibi, Domine, laudis >>> Opfer und Lobgebet bringen wir vor dich,
    offerimus. Tu suscipe pro animabus illis, >>> Herr. Nimm du sie an für jene Seelen,
    quarum hodie memoriam facimus: >>> derer wir heute gedenken:
    fac eas, Domine, >>> Lass sie, Herr, aus dem Tode hinübergehen
    de morte transire ad vitam,>>> in das Leben,
    quam olim Abrahae promisisti >>> wie du es einst Abraham verheißen hast
    et semini ejus.>>> und seiner Nachkommenschaft.

    V. Sanctus
    Sanctus, Sanctus, Sanctus>>> Heilig, heilig, heilig
    Dominus, Deus Sabaoth!>>> ist der Herr Gott Zebaoth!
    Pleni sunt caeli et terra gloria tua.>>> Voll sind Himmel und Erde seiner Herrlichkeit.
    Osanna in excelsis.>>> Hosanna in der Höhe.

    VI. Benedictus
    Benedictus, qui venit>>> Gelobt sei der, der da kommt
    in nomine Domini.>>> im Namen des Herrn.
    Osanna in excelsis.>>> Hosanna in der Höhe

    VII. Agnus Dei
    Agnus Dei, qui tollis peccata mundi: >>> Lamm Gottes, das du trägst die Sünde der Welt:
    dona eis requiem.>>> schenke ihnen Ruhe.
    Agnus Dei, qui tollis peccata mundi: >>> Lamm Gottes, das du trägst die Sünde der Welt:
    dona eis requiem.>>> schenke ihnen Ruhe.
    Agnus Dei, qui tollis peccata mundi: >>> Lamm Gottes, das du trägst die Sünde der Welt:
    dona eis requiem sempiternam>>> schenke ihnen immerwährende Ruhe.

    VIII. Communio: Lux aeterna
    Lux aeterna luceat eis, Domine:>>> Das ewige Licht leuchte ihnen, Herr:
    cum Sanctis tuis in aeternum,>>> mit deinen Heiligen in Ewigkeit,
    quia pius es.>>> denn du bist gnädig.
    Requiem aeternam dona eis, Domine, >>> Ewige Ruhe gib ihnen, Herr, und
    et lux perpetua luceat eis: >>> das immerwährende Licht leuchte ihnen:
    cum Sanctis tuis in aeternum,>>> mit deinen Heiligen in Ewigkeit,
    quia pius es.>>> denn du bist gnädig.



 
Suchoptionen
 
Seiten am 8-12-2011 um 11:52:17 aktualisiert.