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| Besprechungen KV 250 bis 299 |
 

  • KV 273 Collegium Marianum - Chorgemeinschaft Marienschule Opladen   Musik anhören

    Sancta Maria, Mater Dei >>> Heilige Maria, Mutter Gottes
    ego omnia tibi debeo, sed ab hac hora singulariter me tuis servitiis devoveo, >>> alles verdanke ich Dir, aber von dieser Stunde an weihe ich mich einzig Deinem Dienst,
    te patronam, te sospitatricem eligo. >>> Dich erwähle ich als meine Patronin, Dich als meine Beschützerin
    Tuus honor et cultus aeternum mihi cordi fuerit, >>> Deine Ehre und Verehrung liege mir auf ewig am Herzen,
    quem ego nunquam deseram neque ab aliis mihi subditis verbo factoque violari patiar. >>> von ihr möge ich niemals ablassen, noch möge ich dulden, dass sie beleidigt wird von anderen mir Untergebenen, durch Wort oder Tat.
    Sancta Maria, tu pia me pedibus tuis advolutum recipe, in vita protege, in mortis discrimine defende. >>> Heilige Maria, du Gütige, nimm mich an, zu deinen Füßen niederkniend, im Leben beschütze mich, in der Gefahr des Todes stehe mir bei.
    Amen.

  • kKV 263 Mettmann St Lampertus   Musik anhören

    Die Sonate gehört zu einer Reihe von siebzehn einsätzigen Stücken , die Mozart selbst als „Epistelsonaten“ bezeichnet hat und die für den Gottesdienst im Salzburger Dom bestimmt waren. Sie wurde vermutlich im Jahr 1776 komponiert. Der feierliche Geist des Werkes, den schon die schwungvolle Anfangsthematik ankündet, wird durch die Mitwirkung der beiden Trompeten gesteigert, die Paukenstimme wurde von Matthias Röttger ergänzt.
    Die Geigen, als Hauptträger des melodischen Geschehens, werden meisterhaft im Geiste des Instrumentes verwendet. Die formale Gestaltung des Werkes lehnt sich an die Sonatenhauptsatzform an. Festzuhalten ist noch, dass der Orgel auch in diesem Werke eine wachsende Rolle zugedacht ist und neben der Generalbassgruppe obligat vorgesehen ist.
    Text von Matthias Röttger

  • KV 275 Collegium Marianum - Chorgemeinschaft Marienschule Opladen   Musik anhören

    Die Missa brevis B-dur folgt dem Schema der meisten Salzburger Messen. Das Kyrie ist leicht beschwingt, kurz und knapp; auf einen eigenen Christe eleison-Teil wird verzichtet, er wird mit dem Kyrie eleison verwoben.
    Das Gloria ist - wie üblich - ein rascher Satz, in dem die Domine-Anrufungen den Solisten vorbehalten bleiben. Textteile werden nur selten wiederholt. Angesichts der o.g. Vorgaben des Fürst-Erzbischofs Colloredo gilt es auch beim Credo, große Textmengen in kurzer Zeit musikalisch zu bewältigen. Auch hier herrscht deswegen ein schnelles, durchlaufendes Grundtempo vor.
    Traditionell wird jedoch die Textpassage Et incarnatus deutlich verlangsamt und den Solisten überlassen; der Chor nimmt das langsame Tempo dann im Crucifixus auf, bevor er im Et resurrexit zum heiter-beschwingten Allegro zurückkehrt.
    Das Sanctus beginnt mit einem wundervoll ruhig-ausschwingenden Fugato, das allerdings kaum ausgeführt wird, den Abschluß bildet das rasche Hosanna. Wie so häufig, bildet das Benedictus einen ruhigen Satz nur für Solisten, in diesem Fall ausschließlich für die Sopranistin, der mit der Wiederholung des Hosanna abschließt.
    Das Agnus Dei der B-dur-Messe ist ungewöhnlich, weil es wegen seiner Schwere und seiner ausladenden Proportionen (es ist der längste Satz der Messe) aus dem Rahmen zu fallen scheint. Der groß angelegte langsame Teil zu Beginn steht in der Mollparallele und ist durch eine chromatische Linienführung geprägt.
    Das dona nobis pacem ist - wie bei Mozart üblich - sehr heiter und wird vor allem den Solisten vorbehalten.



  • KV 257 Leverkusen Städtischer Chor   Musik anhören

    Missa in C, („Credo“-Messe),
    Mozart schrieb die selten zu hörende „große“ Credo-Messe (so genannt zur Unterscheidung von dem kleineren Schwesterwerk KV 192), wahrscheinlich 1776, d.h. im Alter von 20 Jahren als sein bereits 257. (!) Werk. Sie ist ein Zeugnis reifer Meisterschaft und doch gleichzeitig von einer überwältigenden jugendlichen Frische und unbekümmerten Direktheit. Alles darin ist knapp, klar, prägnant und voller Schwung, eines seiner bedeutendsten Kirchenwerke.
    Anders als die ebenso genialen, etwa zur gleichen Zeit entstandenen „Litaniae de venerabilis altaris sacramento“ KV 243, die wir vor zwei Jahren an dieser Stelle aufführten, enthält die Missa in C-Dur KV 257 keine Koloraturen und keine Fuge, sie spricht eine volkstümliche Sprache.
    Den Namen „Credo“-Messe trägt sie wegen der besonders ausführlichen Behandlung des „Credo“-Teils, in dem Mozart Chor und Solisten nicht weniger als 64 mal ein fröhliches „ich glaube!“ rufen lässt, meist im forte, manchmal piano wie ein Echo aus der Kirchenkuppel.
    Eingeschoben in diese fröhlichen Glaubensrufe ist ein liebliches Quartett der Solisten „Et incarnatus est“ („und er wurde Mensch“). Ein wuchtiges, qualvolles „crucifixus“ ist die - offenbar auch heute noch - unvermeidbare Folge.
    Das so leicht hingetuschte „dona nobis pacem“ („gib uns Frieden“), mit dem das Werk schließt, lässt keine aktuelle Kriegsnot spüren; der nordamerikanische Unabhängigkeitskrieg war weit weg.
    Helmut Breidenstein

  • KV 273 u 277 Bergheim St. Gereon   Musik anhören

    Das Graduale Sancta Maria KV 273 und das Offertorium Alma Dei creatoris KV 277 sind zwei Schwesterwerke aus dem Jahre 1777, zwei Marienmotetten, beide nur streicherbegleitet, schlicht und innig, beinahe kindlich die Mutter Gottes verehrend und anrufend.

  • KV 278 und 2kv 263 Kirchensonate mit Kammerorchester Rhein Erft   Musik anhören

    Die Kirchensonaten Mozarts sind sämtlich Epistel-Sonaten, d. h. sie wurden im Salzburger Dom nach der Epistel, der neutestamentlichen Lesung, anstelle eines Vokalstückes musiziert. Wir haben sie neben dieser liturgischen Stelle auch als Vorspiel eingesetzt. Aus den siebzehn Kirchensonaten haben wir zwei ausgesucht, die sich in der Besetzung für unser heutiges Konzert anbieten, die Sonaten in C-Dur KV 263 von 1776 für zwei Trompeten, Streicher und Orgel und KV 278 von 1777 für 2 Oboen, zwei Trompeten, Pauken, Streicher und Orgel.

  • KV 277 Collegium Marianum - Chorgemeinschaft Marienschule Opladen   Musik anhören

    Mozarts Alma Dei Creatoris bezaubert vor allem durch sein gewinnendes Hauptthema und seine lyrische Wärme. Sancta Maria Mater Dei zeichnet sich durch eine tänzerische Qualität aus.

    Alma dei creatoris sed et * rei peccatoris>>> Du gütige Mutter unseres Schöpfergottes,
    mater clementissima>>> aber auch des Sünders allermildeste Mutter.
    Tu fac clemens quod rogamus fortes ad certamina. >>> Du Milde, mach, darum bitten wir, uns stark für die Kämpfe.

    *Die Notenwerte legen die Vermutung nahe, dass Mozart den Text als sedet gelesen hat, was grammatikalisch immerhin ebenfalls möglich wäre (“Die höchste Schöpfermutter thront über dem Sünder”), aber einen Bruch mit dem nachfolgenden Imperativ bildet; Wir folgen hier der musikalischen, nicht der philologischen Vernunft.


 
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Seiten am 8-12-2011 um 11:52:17 aktualisiert.